Förderungen für Fahrräder und E-Bikes: gestern, heute und die nächste Forderung
Fahrrad- und E-Bike-Förderungen in Italien erklärt: der Mobilitätsbonus 2020, reduzierte Mehrwertsteuer, Nutzungszuschüsse – und was Werkstätten als Nächstes fordern sollten.
Am 4. Mai 2020, dem ersten Tag, an dem Italiener den staatlichen Mobilitätsbonus beantragen konnten, schloss das Online-Antragsfenster innerhalb weniger Stunden: 215 Millionen Euro in weniger als einem Tag vergeben, mehr als 600.000 ausgezahlte Zuschüsse mit durchschnittlich 332 Euro. Es bleibt der größte direkte Kaufanreiz, den Italien je für Fahrräder und E-Bikes aufgelegt hat, und er ist bis heute der Maßstab, an dem jeder spätere Vorschlag zu E-Bike-Förderungen gemessen wird. Es lohnt sich, noch einmal zu betrachten, was damals wirklich geschah, was davon heute übrig ist, und wofür sich ein Fahrradgeschäft jetzt einsetzen sollte.
Der Präzedenzfall: der Mobilitätsbonus von 2020
Der Bonus von 2020 entstand als Notmaßnahme, um den öffentlichen Nahverkehr während der Pandemie zu entlasten, doch seine Wirkung ging weit über den Notfall selbst hinaus. Er trug zum Verkaufshöhepunkt jenes Jahres bei: 2,01 Millionen verkaufte Räder in Italien, ein Plus von 17 % gegenüber 2019 – bis heute die Höchstmarke des letzten Jahrzehnts. Seither hat sich der Trend hart umgekehrt: -10 % im Jahr 2022, -23 % im Jahr 2023, und 1,303 Millionen Einheiten im Jahr 2025. Was der Mobilitätsbonus bewiesen hat, ist etwas, das jeder Werkstattinhaber auf seiner eigenen Verkaufsfläche mitverfolgt hat: Wenn ein Anreiz sofort wirkt, einfach zu beantragen ist und sich wie echtes Geld anfühlt – und zwar jetzt –, reagiert die Nachfrage augenblicklich. Das Problem ist, dass seither nichts mehr daran herangekommen ist – die regionalen oder einkommensabhängigen Förderungen, die folgten, kamen weder in medialer Reichweite noch im Volumen auch nur annähernd heran.
Warum der Markt es wieder braucht
Der Kontext der heutigen Förderdebatte unterscheidet sich von 2020 und ist fragiler. Das Gesamtgeschäftsvolumen des italienischen Fahrradhandels fiel von 3,2 Mrd. Euro im Jahr 2022 auf rund 2,5 Mrd. Euro im Jahr 2025, während die Margen von 7,6 % im Jahr 2021 auf 3,2 % im Jahr 2023 schrumpften. Vor diesem Hintergrund sind E-Bikes fast das einzige Segment, das seinen Marktanteil noch ausbaut: Sie machen inzwischen etwa 20 % der in Italien verkauften Einheiten aus, gegenüber 10 % im Jahr 2017 (dem Jahr, in dem die E-Bike-Verkäufe von 56.200 auf 124.000 Einheiten sprangen – ein Plus von 120 % in zwölf Monaten). Deutschland hat den Wendepunkt bereits überschritten: E-Bikes überholten dort 2024 mit 53 % der Verkäufe die klassischen Fahrräder – das ist die Richtung, in die sich der gesamte Markt bewegt. In Italien bleibt der Einstiegspreis jedoch für einen großen Teil der potenziellen Käufer eine echte Hürde, besonders für Pendler, die das naheliegendste Publikum für ein urbanes E-Bike sind.
Reduzierte Mehrwertsteuer: die nachhaltigere Forderung
Wenn der einmalige Bonus die sichtbarste Maßnahme ist, dann ist eine reduzierte Mehrwertsteuer auf Fahrräder – und insbesondere auf E-Bikes – die strukturellere Forderung, die die Branche seit Jahren an die Gesetzgeber richtet. Die Logik spiegelt das, was andere europäische Länder bereits tun: das Fahrrad als nachhaltige Verkehrsinfrastruktur zu behandeln, nicht als beliebiges Luxusgut. Ein niedrigerer Mehrwertsteuersatz hätte eine dauerhafte Wirkung auf den Preis, ohne das Boom-und-Bust-Muster, das Click-Day-Programme typischerweise erzeugen, bei denen die Nachfrage künstlich in ein einziges Zeitfenster gepresst wird und danach monatelang verstummt. Für eine Werkstatt hat eine strukturelle Maßnahme wie eine reduzierte Mehrwertsteuer auch einen sehr praktischen Vorteil: Sie ist vorhersehbar. Sie erzeugt nicht die Bestellspitzen, gefolgt von monatelanger Stille, die die Lagerplanung während der Jahre des Mobilitätsbonus so schwer handhabbar machten.
Wofür man sich einsetzen sollte – und in welcher Reihenfolge
Müsste ich diese nach ihrer realen Wirkung auf eine Werkstatt mit Serviceabteilung ordnen, kämen Nutzungsanreize zuerst — Kilometerpauschalen, Pendlerzuschüsse, Steuervorteile für Arbeitgeber, die Mitarbeitende zum Radpendeln ermutigen —, weil sie jene belohnen, die ganzjährig fahren, was wiederkehrende Wartung bedeutet, nicht nur einen einmaligen Kauf. Danach käme die reduzierte Mehrwertsteuer, wegen ihrer dauerhaften Preiswirkung. Direkte Kaufboni kämen zuletzt: nützlich, um die Nachfrage anzustoßen, aber sie müssten besser gestaltet sein als 2020 — einkommensgedeckelt, über die Zeit gestreckt statt an einem einzigen Click-Day, und, besonders bei E-Bikes, an eine anfängliche Einrichtung oder Sicherheitsprüfung durch eine Werkstatt gekoppelt. Das würde den öffentlichen Anreiz mit Sicherheit und einer sauberen Garantieabwicklung verknüpfen, die 2026 weiterhin der größte operative Kopfschmerz für alle bleibt, die E-Bikes verkaufen und reparieren.
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